16. November 2006

Blogjob

BlogjobEndlich entdecke ich die Blog-Manie für mich. Soviele Blogs wies gibt, schein ich nicht der Einzige zu sein, der früher gern in andrer Leute Tagebücher geschnuppert hat... Allerdings ist ein vernünftiger Blog doch ein hartes Stück Arbeit - Ist Blogjob ein geeigneter Ausdruck dafür? Soviel gäbe es noch zu ergänzen, anzumerken, dem Vergessen zu entreißen... dabei hab ich doch dank meines phänomenal schlechten Zeitmanagements nie wirklich Muße (wenigstens konnte ich ein paar alte Notizen in den Blog mitaufnehmen; so muss ich nicht mehr befürchten, dass diese Zettel irgendwann Amélie in die Hände fallen).

Nächste Woche ist Amélie für ein paar Tage weg, in Berlin. Ich hatte ja gehofft, dass sie schon morgen oder übermorgen fährt, dann hätte ich ein schönes Wochenende mit Nina in Lille verbringen können. Aber das wird nun nichts, und natürlich leidet das arme Ding. Ich bin aber auch ein Arsch. Nach dem ersten Besuch hätte ich ja sagen können, dass ich mir nicht mehr vorstellen könne - aber natürlich wollte ich sie mir warmhalten und hab dann einen auf verliebt gemacht. Was ich ja auch möglicherweise wäre, wenn es Amélie nicht gäbe. Obwohl ich dann jetzt eher mit Cendrine zusammen wäre.

Ich Arsch.
Und Amélie ist so mit Schwangerwerden beschäftigt. Sie ist auf einer völlig anderen Ernsthaftigkeits-Stufe in dieser Beziehung als ich. Ich lebe wie immer nicht in der Gegenwart, sondern stets in vagen Traumwelten, die aber keine festen Hoffnungen sind, die verwirklicht werden können, sondern vor allem eines: Ausflüchte aus der Gegenwart. So wird wohl nächste Woche auch ablaufen: Dates, vielleicht Sex, wenig Schlaf, Unzufriedenheit... Nichts was mich erlösen würde, denn das könnte ich nur selbst durch Ehrlichkeit, Mut und Kraft. Hab ich alles nicht. Herrjeh.

11. November 2006

Bouquinant dans mes journaux intimes d'autrefois

In alten Tagebüchern stöbernd entdecke ich einen verwirrten Neiges, der sich um die Liebe dreht, ohne Beziehungen zu kennen, der sich in sich dreht wie ein Schneckenhaus, das sich immer und immer dreht ohne seinen Mittelpunkt zu finden. Immerhin versichert er sich seiner Gefühle, seiner Lebensintensität, indem er seine Schmerzen aufschreibt und sich selbst darlegt. Es ist alles da: Die Liebe, die Trägheit, das Träumen, die Einsamkeit. Was er nicht aufschreibt, aber woran ich mich natürlich erinnere, ist die Wollust, die Gier, die Sucht und die damit verbundenen Schmerzen - die Selbstzerstörung.

Nur wenn er spürt wie etwas sein Herz zusammen zieht, meint er zu leben. Ja, das liebt er, den süßen Schmerz... die schöne Illusion die abrupt und schmerzhaft endet und er liebt die Illusion genauso wie ihr schmerzhaftes Ende. Je plötzlicher das Ende desto süßer der Schmerz. Wie das Aus bei der WM gegen Italien in den letzten Spielminuten. Oder Cendrine. Oder Nina. Und am Anfang stand natürlich Christine. Er kann die Hoffnungslosigkeit genießen, weil er die Hoffnung kennt.

Wie vor diesen vielen Jahren, wie damals in der Zeit in der seine Tagebücher spielen, ist die Welt für ihn noch immer wirr. Amélie hat mir viel gezeigt, wie man ein durchraisonniertes Weltbild haben kann. Aber sie Essenz meines eigenen Weltbilds besteht im Grunde noch aus dem Blick in große offene Mädchenaugen. In ihnen sieht er den Grund der Welt. In ihnen stellt sich seine Welt in Frage, sein Tun und Lassen entlarven sie. Was sieht er in diesen Augen? Hoffnung, Fragen ohne Hintergedanken und Ranküne, Offenheit, er sieht und wird eingesogen, er dreht sich wieder, vergisst die Welt.

30. November 2005

Ouvre ton esprit!

Seit Tagen, Wochen bin ich ständig müde. Nachts schlafe ich unruhig, mal ist mir kalt, mal ist es laut von grölenden Altstadtbesuchern oder morgens von der Baustelle, mal hab ich zuwenig Platz im Doppelbett. Tagsüber bin ich dann benebelt, kann mich schlecht konzentrieren, lass mich schnell ablenken und würde am liebsten die ganze Zeit Fernseh schauen oder lesen oder was auch immer. Körperlich hingegen bin ich fit; ich mache ja seit etwa einem Jahr regelmäßig Kraftsport, das tut schon gut und schmeichelt dem eigenen Ego, wenn man die Erfolge sieht. Endlich mal männlich fühlen, wo ich doch aus einer Umgebung komme, in der Männlichkeitsgehabe und Kraftprotzerei verpönt ist - bzw. ich mir das eingebildet habe, dass es verpönt sei (macht nichts wenn das niemand versteht; ist ja mein Tagebuch, da muss ich nix erklären :).

Annika und Cathérine
Annika hat mich am Montag Abend - mal wieder von der Arbeit aus - schließlich doch zum Abschuss gebracht, genauer gesagt zu zweien. Sie ist echt eine Verführerin; ich war ja etwas gehemmt, da ich im Büro saß (wenn auch allein), aber das Ambiente war nicht wirklich sinnlich. Nunja, Augen zu und genießen. Nun bin ich sehr gespannt auf ein Bild von ihr, was sie mir heute simsem wollte. Hoffentlich keine Katastrophe.

Gestern abend war ich geraume Zeit vor meiner Freundin zu Hause und simste mal bei Cathérine nach, von der ich seit Freitag nichts gehört hatte. Natürlich hatte ich die Schrift an der Wand verstanden, aber ist doch besser es schwarz auf weiß zu haben, dass sie sich "ein Mehr" nicht vorstellen könne. Schade; ich kann nicht jeder gefallen. Ich schätze mich selbst als 60%-Mann ein, d.h. Frauen finden mich attraktiver als 60% der anderen Männer und 40% der andren Männer finden sie attraktiver als mich. Dazu kommen vielleicht noch 10% dafür, dass ich ausgesprochen nett bin und nicht plump, aufdringlich oder peinlich. Also stehen meine Gesamtchancen nicht sooo schlecht.

Gestern Abend war nix mit Desperate Housewives, da ich mir erst anhören musste, dass sich Amélie eigentlich gar nicht mit Anna verträgt, die beiden aber trotzdem eine Lerngruppe haben und dass man mit Anna nicht diskutieren könne. Der Grund hierfür war soweit ich es verstand, dass Anna irgendeine komische konservative Ideologie vertritt. Klar dass da keine Diskussion zustande kommt denn Amélie vertritt eine wenigstens genauso komische linke Ideologie, und ich vermute, eigentlich haben beide gar keine richtige Ahnung. Oder besser: Die Ahnungen beider sind schon richtig aber das tiefer gehende Verständnis fehlt. Jedenfalls übernahm Anna am Ende nicht Amélies Meinung und daher kann man mit Anna nicht diskutieren. Meiner Erfahrung nach kann man mit Amélie selten diskutieren, weil sie ziemlich schnell aggressiv wird, wenn man nicht ihrer Meinung ist. Was dann auch passierte, als ich in der Frage, um die es ging, nicht ihrer Meinung war. Ja dann Prost.

Ich versuchte dann relativ früh ins Bett zu gehen; aber war nicht stark genug, mir das heutejournal zu verbieten. Danach lag ich zwar im Bett aber Amélie musste noch Stunden mit Flo telefonieren, und wenn das Licht brennt kann ich nicht schlafen, obwohl ichs mir noch selbst gemacht hatte. Aber dadurch musste ich aufs Klo, ging aber erst, nachdem Amélie auch im Bett war. Also war wieder nix mit früh schlafen gehen. Und heute morgen wieder Baustelle ab halb 7h. Kein Wunder dass ich müde bin.
Heute Morgen musste ich dann noch Übung halten, was mit ermattetem Geist auch keine Freude ist - weder für mich noch für meine Studenten. Dabei macht mir das Lehren wirklich Spaß und ich lerne durch die Vorbereitung viel mehr selber als ich vermitteln könnte :)

Planung
Heute Nachmittag muss ich mich aufraffen zum Sport zu gehen; das wird mir ganz gut tun, auch wenn nachmittags dort so viele eingebildete Affen rumliefen. Vielleicht mal die Gewichte erhöhen. Heute Abend ist wieder Tanzkurs. Am Freitag muss ich meinem Chef den Stand meiner Forschung vortragen, d.h. morgen müsste ich eigentlich richtig arbeiten - mal sehen ob ich die nötige Konzentration aufbringe. Vor allem freu ich mich auf das Wochenende vom 10.12. Amélie ist dann in Berlin, um Freunde zu besuchen und ich fange schonmal langsam an, meine freie Zeit zu verplanen, mich mit Zoé aus D endlich mal zu treffen, mit Susa wieder, und auch mal Mira und vielleicht Annika kennen lernen. Daneben müsste ich mich auch mal wieder bei Beate, Hannah und Alex melden. Außerdem ist samstags eine Sexparty von einer Internetcommunity, in der ich Mitglied bin, und es reizt mich schon länger da mal teilzunehmen. Aber wenn dann nur als Pärchen, dann hab ich wenigstens eine Frau sicher und es kostet auch nur 20 €uro ;)

27. November 2005

Le rendez-vous

Vorgestern war also das Treffen mit Cathérine in St. Denis. Den Nachmittag vorher (Donnerstag) hatte ich noch genutzt, um (nach dem Tagebucheintrag von oben) auf die "Line" zu gehen. Das ist eine Dating- und Flirtline, die ich früher regelmäßig und jetzt nur noch sehr selten benutze. Denn einmal ist es sehr teuer (12 Cent pro Minute) und außerdem habe ich ja keine Möglichkeit zu Hause zu telefonieren oder angerufen zu werden. Also gehe ich manchmal - wie am Donnerstagnachmittag - von der Arbeit aus online (meist aber schon auf eigene Kosten; jeder hat ein persönliches Telefonkonto). Meine Erfahrung lehrt mich, dass man auf diese Art Frauen ziemlich einfach kennen lernen kann, wenn man nicht allzu plump ist. Dazu kommt noch, dass schon etwas Sexuelles bei dieser ganzen Geschichte stets in der Luft ist, d.h. die meisten Frauen sind dort auch recht aufgeschlossen. Und wenn man sich dann noch sympathisch ist, kann am Telefon oder bei einem eventuellen Treffen schon schnell mehr passieren.

Am Donnerstagnachmittag lernte ich Annika kennen, aus der Nähe von Paris. Sie hatte ein ganz normales Intro aufgesprochen - also ohne sexuellen Hintergrund -, und eine sehr sympathische Stimme. Ich schickte ihr irgendeinen Spruch, woraufhin sie mich anklingelte, so dass wir uns live sprechen konnten. Wir unterhielten uns sehr nett, sie machte einen klugen, einfühlsamen, romantischen Eindruck, hatte eine angenehme Stimme, 21 Jahre, mit roten Haaren und grünen Augen und ganz weicher heller Haut (so beschrieb sie sich jedenfalls :) ) und langsam wurde das Gespräch sinnlicher, sie genoss meine Stimme, sie streichelte sich ... Telefonerotik kann so schön sein, wenn jemand Phantasie und eine angenehme Ausdrucksweise hat. Das peppt die Selbstbefriedigung auf... Wir verließen die Line, ich rief sie zu Hause an und da ich es gerne am Telefon mache, ließ ich mich auf sie ein. D.h. eigentlich war ich überrascht, dass sie tatsächlich was Erotisches wollte, denn sie machte eher einen romantischen Eindruck auf mich. Aber sie gab mir ihr Verlangen zu verstehen und da ich - ohne mich loben zu wollen - geübt darin bin und über eine gute Telefonstimme verfüge, hatte ich bald unsrer beider Lust so gesteigert, dass wir beide hoch erregt waren und uns selber berührten... Das war sehr sehr sinnlich und keineswegs plump oder niveaulos. Allerdings war ich ja im Büro, meine Kollegin nebenan war zwar irgendwann gegangen, aber ich musste ja auch nach Hause zu Amélie. Daher wendete ich einen lustvollen Kunstgriff an, etwas was mir sehr viel Spaß macht, auch beim "realen" Sex, nämlich das Hinauszögern, Wartenlassen. In dem Moment in dem Annika in der Telefonphantasie bereit gewesen wäre, mich aufzunehmen, zog ich mich zurück und vertröstete sie auf den nächsten Tag... jeder der schon mal so erhitzt sitzen gelassen wurde, weiß wie gemein sich dass anfühlt. Dafür ist es dann danach umso schöner wenn man endlich seine Wünsche erfüllt bekommt... Jedenfalls ließ ich Annika allein nachdem sie mir versprechen musste bis zu meinem nächsten Anruf "brav" zu sein. So kam ich noch zu einer einigermaßen humanen Zeit nach Hause.

Dort erfreute ich Amélie damit, dass ich sagte, am nächsten Tag sei mein Chef nicht da, so dass ich nicht so früh zur Arbeit bräuchte und wir gemeinsam lange frühstücken könnten und ich einkaufen gehen könnte. Natürlich verriet ich ihr nicht, dass ich mittags statt zur Arbeit nach St. Denis zu meinem Internet-Date fahren würde, um dort den Nachmittag und vielleicht auch Abend zu verbringen...

Freitag
Um halb eins ging es gen St. Denis mit dem Zug. Aufgrund der starken Schneefälle kam es zu einem ziemlichen Durcheinander, aber ich kam dennoch mehr oder weniger pünktlich in St. Denis an. Wir hatten uns direkt am Bahnhof verabredet und fanden uns auch gleich. Cathérine sah in natura mindestens so hübsch aus wie auf dem Profilbild, mit schönen braunen dicken Haaren und braunen Augen, schlank, einem hübschen Gesicht und guter Figur. Wir hatten ein paar nette Stunden, waren zusammen Kaffee trinken, was essen, haben uns gut unterhalten, über das Leben und Beziehungen, mehr ist aber nicht passiert. Cathérine ist eher ein zurückhaltender Mensch, schüchtern (und trifft sich dennoch häufig mit Leuten aus dem Netz!) und so ganz genau weiß sie selbst nicht was sie sucht. Ich schätze sie nicht so ein, dass sie eine Frau für einen One-Night-Stand wäre, auf der andren Seite möchte sie nicht ihre Freiheit aufgeben, die sie seit sie Single ist genießt. Sie möchte sich nicht einengen lassen, was nicht heißt, dass sie jetzt wild in der Gegend rumpoppt. Was ich mir erhoffen könnte, wäre eventuell eine schöne Freundschaft, hin und wieder auch mit romantischen-sinnlichen Stunden. Denn sie ist eine sehr sinnliche Frau, nicht abgebrüht, sondern natürlich-sinnlich - was mich ja am meisten anmacht... Ich denke, sie schwankt innerlich ob sie nicht vielleicht mal ausprobieren sollte, etwas Unverbindliches einzugehen, etwas für schöne Stunden ohne Einengung. Sie ist jetzt 23 und bereit für diese Erfahrungen, allerdings würde ich persönlich ihr davon abraten (wenn ich nicht eventuell davon profitieren würde :). Denn eine Frau wie sie gewinnt dadurch nicht so wahnsinnig viel.

Auf jeden Fall verbrachten wir nur den Nachmittag zusammen, ich fuhr gegen 18h wieder nach Hause und bin seitdem gespannt ob und was ich noch von ihr hören werde.
Den Freitagabend verbrachte ich dann vor dem Fernseher, also nicht beim Diavortrag meines Freundes oder beim Tanzabend, dafür war ich zu fertig. Ich ging auch wieder auf die Line, wo ich Ilona aus D wiedertraf, mit der ich vor ein paar Monaten regelmäßig Telefonsex hatte und mit der ich mich auch mal getroffen hatte. Bevor es zu nem zweiten Date kam, habe ich ihr allerdings gesagt, dass ich eine Freundin hätte. Sie ist ein wirklich lustiger netter Mensch, hat eine tolle Stimme und auch ein süßes Gesicht. Sie ist mir aber zu dick um sie sexuell wirklich attraktiv zu finden. Jedenfalls unterhielten wir uns etwas, verloren uns dann aus den "Ohren" und etwas später war Annika wieder online. Sie hatte nachmittags schonmal versucht mich anzurufen übers Handy, aber ich saß da noch mit Cathérine beim Kaffee, so dass ich nicht dran ging. Diesmal rief ich sie dann zu Hause an und wir waren schnell wieder an dem Punkt, an dem wir am Tag vorher aufgehört hatten... Und dann klingelte ihr Handy und sie meinte sie müsse diesen Anruf annehmen und wäre in einer viertel Stunde fertig. Ich versuchte es ein paar Mal aber es war immer besetzt und irgendwann machte ich es mir kurzerhand selber und schlief ein (Tipp: Zum Telefonsex immer ein gemütliches Plätzchen finden). Ich bekam nur halb mit, wie meine Freundin nach Hause kam.

In letzter Zeit bin ich ständig müde; ich schlafe nicht wenig - vielleicht 7 oder 8 Stunden, aber ich könnte stets noch mehr vertragen. Susa hatte nachmittags noch gesimst, ob ich nicht am Freitag in der Nacht Zeit hätte, aber wie gesagt, ich war zu geschafft. Dabei muss ich mich bald mal wieder mit Susa treffen, sonst wird sie sauer. Ich hatte sie Anfang Oktober oder so hier um die Ecke in einer Disko kennen gelernt, einem richtigen Abschleppladen, den ich öfter aufgesucht habe, als meine Freundin noch in Frankreich war. Susa ist 38, hat ein Kind, ist allein erziehend und hatte mich damals abgeschleppt. Auch an diesem Tag war ich super müde und dann war es schon 5h morgens und bei mir lief gar nix. Naja, als wir uns das 2. Mal getroffen haben, musste ich das nachholen und wir haben uns ziemlich ausgetobt. Jetzt ist sie natürlich scharf auf noch mehr Treffen, aber so einfach ist das bei mir ja nicht; aber von meiner Freundin weiß sie nichts. Auch ich hätte sehr große Lust auf sie, sie ist super schlank und hat ganz lange Haare und im Bett passt es einfach super.

Im Bett bin ich mittlerweile ziemlich sensibel. Wenn die Wellenlänge zwischen mir und einer Frau nicht stimmt, bekomm ich erst gar keinen hoch. Es muss eben einfach die Chemie stimmen :)

24. November 2005

Esperances vis-à-vis demain

Mein Chef, meine Arbeit
Morgen (Fr) nehme ich mir frei. Mein Chef ist nicht da und das werde ich ausnutzen. Mein Chef arbeitet jeden Tag sehr lange; sein Job als Professor und Forscher macht ihm so viel Spaß... selten habe ich jemanden gesehen, der in seinem Beruf so eine Erfüllung findet. Seine Freundin muss jedes Jahr mit ihm kämpfen, wenigstens 2 Wochen in Urlaub fahren zu können und am Wochenende, wenn er sie besucht, hat sie durchgesetzt, dass er 'nur' bis mittags arbeiten und nachdenken darf...

Mir macht meine Stelle auch Spaß, aber ich genieße auch sehr gerne meine Freizeit und das Nichts-Tun, Feiern, Einkaufen etc. Es kommt aber schlecht rüber - so bilde ich mir wenigstens ein -, wenn ich jeden Tag früher als mein Chef nach Hause gehen würde. So kommt es, dass ich etwa von 9h30 bis 19h30 auf der Arbeit bin und somit wenig Zeit für Privates bleibt.

Hätte ich schon geniale Forschungsergebnisse vorzuweisen und tolle Veröffentlichungen in Fachzeitschriften, könnte ich mir ja was rausnehmen, aber dem ist leider nicht so. Es gilt ja sowieso: Frage einen Doktoranden NIE nach dem Stand seiner Forschungen und noch weniger danach, wann er fertig wird...

Kein Mensch - außer meinem Chef - kann jeden Tag 10 Stunden am Stück produktiv arbeiten, also kommt es wie es kommen muss: Ich schweife von der Arbeit ab und verbringe viel Zeit im Internet - ein äußerst dankbares Medium um sich abzulenken. Und ehe ich mich versehe, sind wieder Stunden völlig unproduktiv vorbei gegangen.

Das Internet
Das ist ein Teil der Erklärung dafür, dass ich auf Singleseiten online bin, obwohl ich nicht Single bin und obwohl ich arbeite. Und was es da nicht alles gibt; single.de ist ja nur die Spitze des Eisbergs... finya, easyflirt, angesagter, bildkontakte, ilove, friendscout, love.lycos... Zu meinen besten Zeiten war ich da überall parallel angemeldet und noch bei weiteren. Im Moment bin ich bei single am aktivsten und schaue bei finya, angesagter und easyflirt ab und zu mal rein.
Morgen
Wie gesagt werde ich morgen nutzen, dass mein Chef nicht ins Büro kommt, und selbst nicht zur Arbeit erscheinen. Erstmal etwas länger ausschlafen (was nicht einfach ist, denn in direkter Nachbarschaft unsrer Wohnung gibts mehrere Großbaustellen), gemütlich mit meiner Freundin frühstücken und ein paar Sachen erledigen und dann vielleicht noch zum Sport gehen. Ich bin in einem kleinen uni-eigenen Fitness-Studio angemeldet, das unschlagbar günstig ist... Um 13h bin ich dann in St. Denis verabredet, und zwar mit Cathérine von single. Ich hatte sie mal vor Urzeiten angemailt, da sie ein hübsches Foto in ihrem Profil hat, aus der Nähe kam und ihr Text eine interessante Mischung aus Biederkeit und Sinnlichkeit darstellte, was mich neugierig machte. Zwischendurch hatte sie wohl jemanden kennen gelernt von single, aber das hat sich wohl bald zerschlagen. Irgendwann kam eine SMS dass sie wieder auf single sei und ob wir uns nicht mal treffen wollten. Da ich sowieso kein Freund von langem Mailen bin (außer es ist wirklich geistreich, anregend oder sonstwie ungewöhnlich), war ich darüber natürlich erfreut und morgen soll es endlich klappen.

Und was sind meine Erwartungen? Ums kurz zu machen, ein schöner Nachmittag/Abend im Bett einer schönen Frau. Wenn es nicht knistern sollte, käme ich damit auch zurecht - im Moment ziehe ich meine Selbstbestätigung nicht daraus, immer wieder andere Frauen zu verführen. Dieses Bedürfnis hatte ich seltsamerweise viel stärker zu einer Zeit, in der ich es dann nicht realisierte. Denn lange hatte ich nicht das Selbstbewusstsein, das nötig ist um Frauen zu verführen. Als ich dann merkte, dass es mir eigentlich relativ einfach fällt, nutzte ich das eine kurze Zeit lang aber kaum war die erste Euphorie verflogen, standen dann andere Dinge auf der Prioritätenliste ganz oben. Das was man nicht besitzt, erscheint überaus erstrebenswert; sobald es in den eigenen Besitz gelangt, wird der eigentliche Wert der Sache offenbar, der sich nicht übermäßig von dem anderer Dinge unterscheidet.
Dennoch genieße ich es natürlich zu flirten und zu erobern. Und wenn mir dann und wann ein Erfolg vergönnt ist, verschmähe ich ihn nicht.

Nun liegt eines meiner Probleme auf der Hand: Ich bin kein Single, aber ich treffe mich und schlafe mit anderen Frauen. Wie es dazu kommt, wird bestimmt noch Thema sein. Heute sei nur das konkrete Problem erwähnt: Meine Freundin hält morgen Abend einen Vortrag - auch in St. Denis -, wird aber nicht die ganze Nacht weg sein. Also muss ich spätestens bis 21h mein Treffen mit Cathérine zu Ende gebracht haben. Außerdem macht Tintin, den ich über ein Jahr nicht gesehen hab, auch morgen Abend einen Diavortrag zu Südamerika. Dort würde ich gern noch vorbei schauen. Und zu guter Letzt veranstaltet unsere Uni eine Tanznacht, und da ich mit meiner Freundin einen Tanz-Kurs besuche, wäre das ganz gut zum Üben - allerdings ohne Amélie, denn sie hält ja ihren Vortrag. Aber im Tangokurs sind einige sympathische ... ja: Frauen.

23. November 2005

Introduction

Mit diesem Tagebuch will ich die Gelegenheit nutzen, in der Anonymität des Internets alles was mich beschäftigt mitzuteilen. Dies werden wohl Gedanken zu Beziehung, Beruf und Zukunft sein und ganz allgemein Themen über die ich mir klar werden muss und will.

Mein Alter ist 28 und ich bin seit etwas über 4 Jahren mit meiner Freundin Amélie zusammen, mit der ich auch in einer Wohnung in der Altstadt von Paris zusammen wohne. Ich arbeite seit über 2, 5 Jahren als Assistent an einem Lehrstuhl und schreibe meine Doktorarbeit.

Im Internet bin ich präsent seit ich 1997 fürs Studium nach Paris gezogen bin. Gebürtig stamme ich aus Montpellier, das ja auch eine renommierte Uni besitzt, aber ich wollte mal was andres kennen lernen. So verschlug es mich sowohl nach Paris und ziemlich früh schon nach single.de, wo ich unter wechselnden Pseudonymen mal mehr mal weniger aktiv bin.

Dies soll für den Anfang genügen. Bald werdet ihr mich und mein Leben näher kennen lernen - sofern ihr das überhaupt wollt... Über Reaktionen freue ich mich.

15. Oktober 2005

Deux semaines

Jetzt liegen eine ereignisreiche und eine ereignisarme Woche hinter mir. Gleich am Montag der ersten Woche habe ich morgens früh Beate getroffen, morgens um 8h bei ihr in Hü. Sie geht immer ziemlich ernst an die Sache, lächelt wenig, bei ihr stet der Sex im Vordergrund, v.a. lässt sie sich gern von mir lecken und mit den Fingern ficken & sie mag 69. Natürlich ist sie sehr routiniert. Aber so steht nicht die Leidenschaft und Begierde im Vordergrund sondern die Geilheit, was dazu führt, dass ich schnell vor dem Kommen stehe, so dass der Sex selber nicht lange dauert.

Was für eine Offenbarung war das dagegen mit Eva. Bei ihr habe ich Leidenschaft und Begierde, Verlangen empfunden, wie bei Christine oder Georgette. Sie war 19, ihr Körper so tight und weiblich. Wir haben fast die ganze Nacht gevögelt. Ich hätte ewig in ihr sein können... Sie war so süß, noch so jung und fragend. Aber sie hat diese Leidenschaft nicht erwidert, nach einem Anfang, an dem sie sich geöffnet hat, kam ihr das wohl zu routiniert von meiner Seite vor, wie sie meinte. Sie erwiderte die Küsse nicht mehr, auch wenn sie körperlich Spaß hatte. Daher wollte sie es auch nicht weiterführen - "in keiner Weise" -; ich hatte sie So. nochmal angerufen, da ich große Lust auf sie hatte. Einer der Dämpfer dieser Wochen.

Je mehr ich mit Frauen aus dem Netz / von der Line zu tun habe, desto heftiger ist das Auf und Ab. Schöne Momente mit Beate, Eva, auch mit Silke, Zoé, Sandra (aus Paris) auf ihre Weise. Enttäuschungen mit Jessy - wie auch nicht anders zu erwarten -, eben mit Eva, die den Kontakt nicht weiterführen will und Zoé, die das Date für heute - den 2. Freitag - absagt. Die Dämpfer führen bei mir dazu, dass ich vollkommen lethargisch werde. Z.B. letztes WE war ich überhaupt nicht aus, nachdem Jessy (aus Schweinfurt) am Samstag nicht auftauchte. Der Sonntag war nach Evas Absage auch im Eimer. Und in der 2. Woche hatte ich dann weniger Lust auf Abenteuer... Dienstag ein Date in der Mittagspause mit Sandra (aus Rheydt), am Mittwoch bin ich nicht zum Date mit Bianca. Hatte auch sonst keine Lust mit Leuten zu telefonieren - Marwan, Héloise, Guillaume, Pierre...

Ich will das in den Griff kriegen und endlich strukturierter leben & dadurch mehr erreichen, glücklicher sein. Arbeit, Freunde, Beziehung und Abenteuer/Party/Engagement unter einen Hut bekommen. Sport auch. Für Montag mein Plan: 11h Ankomme in Paris. Nach Hause, etwas essen, Blumen gießen, Sport, Arbeit, abends: Boden? oder Sonstiges? Wegen Tintin telefonieren, Guillaume, Pierre anrufen, vielleicht Marwan/Héloise? Oder ich arbeite ganz zu Hause, um den Boden zu legen & hol nur kurz die Dateien.
Nächste Woche wird spannend. Gespannt bin ich auf Sandra (aus Paris & Rheydt), Hannah, vielleicht Silke (Solingen), Zoé, Ilona (?), mal sehen was aus Alexa von single.de wird.

Jetzt stehen wir in Brussel-Zuid, da es ein Problem mit dem Strom in St. Denis gibt.

So viele fremde Menschen, die ich nicht wirklich in mein Leben lassen kann. Ich bin so süchtig, verzweifelt. Dazwischen schöne Momente, aber Erfüllung?

7. Juli 2005

Et maintenant... la poésie, fait à main

Folgendes fand ich undatiert...

Zur Einstimmung was von Element of Crime:


ein langes haar und ein abdruck im kissen
ist alles was blieb
um zu erklären dass es dich gibt
dass alles wahr ist
nur ein ganz langes haar und ein abdruck im kissen
ist alles was blieb

und mein name war ihr schlachtruf
und ich war nicht dabei
wo ich da wohl grade war?
Das wissen eigentlich nur wir zwei…

So und nun was aus eigenem Anbau:

Konzentration

Kaum gefunden ist sie schon weg, Konzentration
Es ist so viel los, ich will nichts verpassen, Konzentration
Was soll die Disziplin, was soll die Selbstbeherrschung?
Ich lass mich gehen, ich bin faul, Konzentration
Ich hab keine Lust mich aufzuraffen
Den Tag zu nutzen, was Neues zu schaffen, Konzentration
Ich schau lieber zu wie alles passiert
Wähl den Weg des geringsten Widerstands
Ich komm nicht voran, ich bleib lieber hier
Ich mach lieber nichts, ich mag keinen Stress
Bin träge und lustlos und hab keinen Spaß
Alles fließt und ich treibe mit
Eine große Chance – ich hab sie verpasst
Alles entgleitet mir, ich komme nicht nach
Woher nehmt ihr nur alle diese Kraft? Konzentration
Macht euch das was ihr tut, auch wirklich Spaß?

Da leg ich Widerspruch ein
Gegen eine Leben ohne Muße
Ich weiß, das ist Luxus
Aber das ist mir egal
Solln die andren doch arbeiten von morgens bis spät

Ohne Zusammenhang:
Unser Buchhalter, wissen Sie, der ist ne außerordentliche Person

Sexgedicht
(hey, ich bin ein Mann!)

Deine Hand auf meiner Brust
Dein Mund auf meinem Bauch
Deine Zungenspitze gleitet sanft hinab
Mh, ja, ich öffne mich für dich
Sehne mich nach deinem starken Stoß
… nimm mich…
… ich begehre dich…

Ich bin so nass, gleite in mich
Ich schließe die Augen, empfange
Dich, umfange dich,…
… genießen, zerfließen…
… verschmelzen…
Verfolg deine unlauteren Ziele, verführe!
… berühre!

Ich bäume mich auf,
dir entgegen, meine
Nägel auf deinem
Rücken, mein Stöhnen
An deinem Ohr
Mach meine schmutzigen
Träume wahr, lass
Deinen Phantasien freien
Lauf, ich nehme
Dich auf, bin
Offen für dich
Ja, machs mir, denk
Nicht an morgen…
… erregen…
… bewegen….

Verström deinen Samen,
ich ruf deinen Namen,
komm in mir

Is das jetzt gut oder scheiße? Bin mir selbst nicht sicher.

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